Montag, 27. August 2012

Rückfahrpandas


Es folgt der Abschlussblogeintrag für dieses Jahr. Der Abschlussabend am Freitag startete mit Bowle, zubereitet von unseren Surflehrern, in der sich der ein oder andere Tropfen Vodka und Rum befand sowie auch 1,5kg Zucker. Trinken durften wir diese Köstlichkeit aus halben Melonenschalen. So stilsicher hat glaube ich noch keiner von uns leckere, fruchtige Bowle getrunken. Nach erfolgreichem Leeren des Bowletopfes konnten wir uns auch in Richtung Mojito bewegen. Leider hatte unserer Lieblingsteamerin niemand gesagt, dass das über den Zaun springen gefährlich ist. So musste sie den Abend leider mit schmerzverzerrtem Gesicht und schlechter Laune vorzeitig beenden. Bei der Gelegenheit hatte man auch vergessen, dem Veranstalter des Mojitos zu sagen, dass Abschlussabend ist. Denn es gab weder eine Band die aufspielte, noch einen DJ. Ein bisschen mau, aber alkoholinduzierte Fröhlichkeit macht ja bekanntlich so vieles wett.

Wir konnten also relativ zeitig ins Bett und waren alle am nächsten Morgen fit für die Fahrt. Floris Zweifel ob er es tatsächlich noch mit uns bis zum Flughafen nach Biarritz schafft, waren damit fürs Erste zerstreut. Eine ganz andere Überraschung erwartete uns: Regen. Und davon nicht zu wenig. Ich glaube die Neuankömmlinge hatten den größten Spaß. In den Urlaub fahren und direkt strömender Regen am Strand, kann man sich eben nur noch sagen: „Kann ja nur noch besser werden.“ Ich glaube aber, dass meine Aussage: „Das Wetter ist hier schon die ganze Woche so, deswegen reisen wir jetzt früher ab.“ – schon den ein oder anderen verstört haben könnte. Uns hat der Regen jedenfalls weniger gestört, wir mussten nur unsere Taschen schnellstmöglich ins Auto bringen.

Bei der Verabschiedungsszene durfte der ein oder andere Spaß natürlich nicht fehlen. Flori hat eine ehemalige Teamerin mit Kater so lange durch die Luft gewirbelt bis sie nur noch stammeln konnte: „Oh my god, that wasn’t good.“ Unser Surflehrer hat uns zum Abschied sogar noch zwei Rucksäcke bis zum Auto getragen und Ninja ist auch noch mit zum Auto gekommen und hat sich von jedem einzeln verabschiedet. Er ist eben doch ein Zauberer.

Leider war der Beginn der Heimfahrt absolut nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es war dermaßen viel Verkehr an der französischen Atlantikküste, dass wir Flori erst mit 20 Minuten Verspätung abgeben konnten. Er kam aber trotzdem noch ins Kinderland im Flughafen.  Danach war ihm das Glück hold und er konnte bis nach Kleinopitz in kürzester Zeit durchbrausen und war nach über einem halben Jahr endlich mal wieder in Deutschland.
Wir dagegen mussten uns erstmal nach Bordeaux quälen. Zähfließender Verkehr durchweg, ständig kleinere Staus, weil irgendein Franzose dachte: He, wenn ich hier anhalte, kann ich ja in Ruhe erstmal ein Baguette essen. Jedenfalls haben wir auf 200km mehr als zwei Stunden verloren. Dementsprechend war auch unsere Laune im Auto. Aber danach ging es immer flüssiger und wir konnten durchfahren. Das ist allerdings der unglaublichen Fahrleistung Raimunds zu verdanken. Wir huldigen dir, großer Autofahrmeister!

Wieder in Dresden überfällt uns alle ein wenig die Posturlaubsche Traurigkeit. Aber Raimund und ich können uns ja vortrefflich mit unserer Doktorarbeit vom Weinen abhalten. Vor allem die staunenden Gesichter der Arbeitskollegen ob unserer unglaublichen Ganzkörperbräune sind nicht zu verachten.

Als letztes bleibt uns zu sagen: Ein vortrefflicher Urlaub. Wie jedes Jahr war das Surfen ein großes Fest. Weiter so und wieder mal!

Ich verbleibe damit für die nächste Zeit sehr still und gedenke meinen Surffähigkeiten, die ich dieses Jahr erlernt habe.

Es verabschieden sich: Raimund, Flori, Schnei und Frank

PS: Nachdem wir zurück in Deutschland endlich wieder Internet hatten, ist uns aufgefallen, dass wir Panda Wars gar nicht nach unseren alten Regeln gespielt haben. Nur ein Teil war richtig, aber die neuen Regeln sind besser, weil effektiver. Vor allem die oberste Regel von allen: Fair Play unter allen Umständen!

Samstag, 25. August 2012

Sabine, die sensible Seegurke


Letzter Post aus Vieux! Zwei Wochen sind schon wieder um, jetzt wartet lediglich noch der Abschussabend mit Wunderpunsch auf uns. Frank wird heute das achte Mal in Folge ins Mojito spazieren – eine reife Leistung. Wie er das schlaftechnisch bewältigt, wird wohl für immer ein Mysterium bleiben. Wenigstens waren gestern alle noch vor Sonnenaufgang im Bett, sodass wir schon relativ zeitig fit beim Frühstück erschienen, um die alltägliche Sitzrunde am Küchenzelt ein letztes Mal ausgiebigst zu genießen. Morgen geht es nämlich schon um 11 hier los, da die 3 Pandas den vierten bitte pünktlich zu seinem Flug nach Biarritz bringen müssen.
Heute war grüne Flagge und damit ideale Bedingungen für eine letzte Einheit auf Softboards, nachdem im Schattenbereich zunächst erst einmal ein tiefes Loch gegraben wurde. Zugegeben, jeder hat mal die ein oder andere Session aus verschiedensten Gründen ausgelassen über die letzten zwei Wochen, aber heute waren nochmal alle dabei, und es hat echt Spaß gemacht, da wir einen Teil der Sandbank fast komplett für uns hatten. Danach war Contest, wobei es weniger auf den perfekten Surfstyle, als vielmehr auf den Spaß ankam. Bewertet wurden Dinge wie der beste Wipe-Out, die lustigste Kostümierung oder der witzigste Style auf dem Brett. Schnei hat diesen letztendlich in der Gesamtwertung durch vollen Körpereinsatz klar gewonnen und darf deshalb ab jetzt auch frei trinken.
Wieder mal ein sehr schöner Urlaub der Three Best Friends. Im nächsten Jahr gern wieder, aber bitte nicht in Le Pin Sec. Und, ganz wichtig: Es gibt einen neuen Doppelweltmeister! Schnei und Frank haben uns in diesem Jahr gezeigt, wo der Hammer (und die Windhose) hängt.
Wir danken unseren Bremer Stadtmusikanten Adalbert, Ronny, Quentin und Sabine.












Donnerstag, 23. August 2012

Quentin, die inkonsequente Qualle

Der besagte Abend des letzten Eintrags endete für mich aufgrund einer schnupfenähnlichen Erschöpfung zum ersten Mal im Camp ohne Bier und bereits kurz nach Neun Uhr auf meiner Pritsche. Daher kann ich die folgenden Ereignisse nur vom Hörensagen her dokumentieren. Scheinbar war ich nicht die einzige Person im Camp, die an diesem Abend keine Lust auf Weggehen hatte. Diese Tatsache konnte von Frank und Ninja jedoch nicht akzeptiert werden, denn eine Woche jeden Abend im Mojito erfeiert sich nicht allein. Und was eignet sich besser um nach und nach die Laune aufzuhellen, als eine gepflegte Runde Flip Cup. In Folge dessen vergaßen quasi alle Campteilnehmer ihren Vorsatz diesen Abend nicht im Mojito zu oxidieren und folgten bereitwillig. Ninja wurde erwartungsgemäß seinem Namen gerecht und, man muss es so sagen, „ersaß“ sich eine Spanierin. An dieser Stelle Hochachtung für seine Fähigkeiten, es gehört wohl einiges dazu durch bloßes Sitzen und ohne ein Wort Spanisch besagte Dame zu begeistern. Und jeder große Krieger braucht eben auch etwas Glück, denn es fehlten nur 5 Minuten und seine neue spanische und bekannte deutsche Eroberung hätten im Zelt abklatschen können.
Der nächste Tag hielt zwei neue Surflessons für uns bereit. Die erste fand recht nah am Strand statt und stieß nicht auf Schneis Wohlwollen. Deshalb hieß es anschließend, auf zur Sandbank. Damit einhergehend wurden unsere Paddelfähigkeiten gefordert, denn zuerst wollten Strömung und Weißwasser überwunden werden. Der Lohn dafür waren einige schöne Wellen, welche Abends mit dem beliebten Teamspiel Flunkyball gewürdigt wurden. Leider müssen wir an dieser Stelle gestehen, es gibt Tätigkeiten in denen wir besser sind. Spiele bei denen es Gewinner gibt, waren uns eben schon immer suspekt. Anschließend zog die gesamte Meute ins Mojito zum Abendausklang, womit Frank und Ninja das Planziel erfüllten.
Aber jeder Erfolg fordert seinen Tribut. Im Falle von Frank war das ein „Psychologischer Kater“, dokumentiert auf einem der beigefügten Bilder. Er hatte verlernt zu lachen, zu sprechen, und sein natürlicher Frohgemut lag unter einer bleischweren Wolke Schwersinn begraben. Erst Schneis kreative Kobold-Beschimpfung im Line-Up konnte ihn davon befreien. Damit wurde es noch eine gute Surflesson, während der einige gute Bilder entstanden. Ich persönlich hatte die längste Welle des Urlaubs und auch die anderen waren mehr als zufrieden. Jedoch muss der für heute anvisierte Sunset-Surf wohl leider ausfallen, da es kaum gute Wellen gibt. Wir hoffen somit auf eine gute letzte Surfeinheit am morgigen Tag und einen würdigen Abschlussabend.
Bis dahin grüßt
Ray









Dienstag, 21. August 2012

Kein Hereintasten

Heute ist Dienstag und damit SanSe Tag. Da wir aber letzte Woche schon dort waren, haben wir nach einer kurzen Sitzung des Ethik-Komitees festgelegt, dass wir lieber da bleiben, die Zeit zum Surfen nutzen und einmal in die ganzen Surf-Outlets zu fahren.  „Megageil, Mann!“ hätte Mario gesagt. Leider war es aufgrund von Müdigkeit und allgemeiner Schlappheit nicht allen möglich an dem Surfkurs früh teilzunehmen. Dafür sind wir danach kollektiv ins Outlet gefahren. Raimund hat die Möglichkeit genutzt in Surfshops einkaufen zu gehen. Er ershoppte sich ein Paar feste Straßenschuhe und einen dicken Pullover.
Es stand uns damit auch die Möglichkeit offen endlich mal Pains au Chocolat direkt vom Bäcker zu essen. Leider hatte niemand mehr Bargeld und Kartenzahlung war erst ab zehn Euro möglich. Dementsprechend viele von diesen leckeren kleinen Bastarden gab es für uns zu essen.
Mittlerweile scheint unsere Gesundheit unter den doch sehr harten Bedingungen zu leiden. Die ersten beiden haben einen leichten Schnupfen, jeder hat die ein oder andere kleine Wunde am Körper und zu allem Übel ist es heute auch noch relativ kalt. Auch wenn das bedrückt, so sind wir doch alle frohen Mutes, freuen uns riesig auf die nächsten Surfstunden und gehen mit Spaß und Vergnügen in den nächsten Abend. Thema dieser Woche: Mojito.
Eine Erheiterung, die uns hin und wieder beschäftigt , ist der kleine Wettstreit zwischen Ninja und Dano. Aber schon die Konnotation des Wortes Ninja sagt uns, wer auf jeden Fall der Gewinner sein muss. In Zusammenhang damit steht natürlich, dass Ninja und Fuß mitten in der Nacht gestört werden müssen. Als ich mitten in der Nacht einfach in ihr Zelt geplatzt bin, um Geld zurück zu geben, hat es Flo fast zerrissen vor Lachen.
Auslöser dieses ganzen Abends war wie immer die Ansage mal einen Ruhigen zu machen. Leider scheinen solche Ansagen nicht von Erfolg gekrönt zu sein in unserer Runde. Wir begannen mit einer kleinen aber feinen Runde Bierpong und sorgten auch damit wieder für allgemeine Unterhaltung im Camp. Unsere Aktionen wurden heute vom Campleiter mit dem Satz: „Ich find das richtig gut was ihr macht Jungs, weiter so. Auf alle anderen muss ich nicht aufpassen, aber bei euch mache ich mir Sorgen.“ – gekrönt.
Eine weitere sehr erzählenswerte Geschichte ist die Trunkenheit unseres Surflehrers Mario von Sonntagabend. Er war leider nicht mehr Herr seiner Sinne und wollte aber unbedingt ein Mädchen ergattern. Da man leider den Sinn für Schönheit mit der Anzahl Vodka verliert, hatte er am Ende ein vollschlankes Mädchen im Arm. Mark und ich standen daneben und wussten nicht, ob wir ihn abhalten oder weitermachen sollten. Am nächsten Tag drauf angesprochen wie wir uns beim nächsten Mal verhalten sollen sagte er: „Ne weitermachen lassen und lachen. Logo, Mann!“
Ich verabschiede mich in einer unglaublich tiefen Verneigung für eure Lesetreue und verlasse das Internet in dem Wissen einen Abend vor mir zu haben.

Frank





Montag, 20. August 2012

Rot ist die Farbe des Sommers Teil II


Auch ich bin wieder heil zu Hause angekommen und möchte mich bedanken, dass die Jungs uns mitgenommen haben – vor allem möchte ich lobend hervorheben, dass sie wirklich keine einzige Gelegenheit ausgelassen haben, uns vor der Campgemeinde ins „rechte Licht“ zu rücken.
Aufgrund dieser Bemühungen uns mit in ihre bodenlose Niveaulosigkeit hinab zu ziehen, mussten wir Wege finden, um im Camp wenigstens auf ein Mindestmaß an Akzeptanz zu treffen. Während ich natürlich das größte Opfer erbracht habe, überzeugt Maria mit der Operation „Ohrwurm“.
Diese wurde minutiös geplant und dann unter der Dusche vor der Abfahrt nach San Se gestartet. Was zu Beginn nur eine einfache gepfiffene Tonabfolge war, entfaltete sich schnell zu einer fesselnden Melodie, die in manchem Kopf noch lange über die Zeit im Camp hinaus ihr Unwesen treiben wird.
Wenn wir schon mal bei unvergesslichen Erfolgen sind: Panda Wars! Jungs, wie ihr dieses Spiel ausgebrütet habt, ist mir unbegreiflich, aber es war überragend! Nicht nur, dass wir bereits nach gefühlten 2 Minuten Spielzeit einen Höhepunkt an Albernheit und unübertroffener Freude erreicht hatten, sondern auch, dass dieser Zustand im weiteren Verlauf immer und immer wieder gesteigert werden konnte – bis schließlich das halbe Camp sechs Sachsen dabei zu sah, wie sie ein mit Bierdosen und Sangria gepimptes  Tischtennismatch austrugen. Das Ganze ging so weit, dass diese Zuschauer in den offiziell vorgeschriebenen Urinierpausen, selbst zur Kelle griffen, um sich an den technischen Raffinessen dieses Spiels zu versuchen. Nur durch energisches – ich möchte hervorheben: verbales – Durchgreifen meinerseits ließen sich die Fans auf angemessenem Abstand auf den Fanbänken halten.  Maria entschied sich angesichts dieses übermäßigen Drucks irgendwann auszusteigen und sich lieber an den Spielfeldrand zu begeben und ein Buch zu lesen. Sie war schon immer die Vernünftigere von uns beiden. In ihrem Team traten daraufhin einige Ausfälle zu Tage – aber da die erste Regel von Panda Wars – nämlich Fair Play – unter allen Umständen eingehalten werden muss, war es nur folgerichtig, dass sie sich, ihre eigenen Stärken gut kennend, selbst aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat, um kein Ungleichgewicht zu verursachen.
Nun muss ich natürlich auch mal vom Kern des ganzen Urlaubs berichten: Vom Surfen. Leider konnten wir das gar  nicht so oft machen, wie wir gewollt hätten. Das lag vor allem daran, dass die Wellen oft zu hoch für uns Anfänger waren. Maria und ich haben leider noch Schwierigkeiten mit der offensichtlich dem Surfer eigenen Faulheitsmentalität, so dass wir das ewige Rumgechille als relativ belastend empfanden. Aber ich denke, wir können da an uns arbeiten. Wenn man zum Beispiel an die 23-stündige Rückfahrt denkt, die fürs uns beide wie im Flug verlief – keine Spur von Langeweile – dann deutet das doch auf einen eindeutigen Trainingsfortschritt hin.
Bevor ich aber vom Ende reden möchte, noch mal zu den Surfstunden. Mit Abstand den besten Unterricht hatten wir am letzten Tag. Irgendjemand aus unserer Gruppe hatte die Surflehrer kritisiert, dass sie nicht professionell genug seien – wie können wir dieser Person nur jemals danken! Denn daraufhin verwandelte sich Dano, der temperamentvolle Spanier, in Oliver Gäbisch, unseren hassgeliebten Schwimmtrainer! Wir beiden kamen aus dem Staunen und wehmütig Zurückdenken gar nicht wieder heraus! Wir wurden gestriezt wie im Bootcamp, grundlos vollgemeckert und mit vernichtenden Blicken gewürdigt. Und zu guter Letzt wurden wir alle zusammen gerufen und es gab eine erklärende Ansprache á la Oliver Gäbisch.  Das war nämlich alles nur gespielt! Ich finde es schön, dass auf die Bedürfnisse aller eingegangen wurde. Maria bekam vor ihrem One on One mit Patricia, einer anderen Campteilnehmerin, sogar eine geflüsterte Motivationsrede von Dano. Es war wirklich wie früher!
Jetzt zum Ende: der letzte Abend. Mann mann mann, was war da nur los! Da ging es wirklich überall drunter und drüber. Maria war leider krank im Zelt geblieben, also war niemand da, der mich vor den doofen Ideen der Jungs beschützen konnte. Das gipfelte dann darin, dass Schnei eine gewalttätige Ader in mir erweckte und ich einem schutzlosen Womanizer mit, wie Schnei fand, beeindruckendem Sixpack, (diesmal leider nicht verbal) seine Grenzen aufzeigte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Es macht ja auch viel mehr Spaß, sich an den Dummheiten anderer zu erfreuen. Deswegen wollen Maria und ich an dieser Stelle noch mal aufs förmlichste zur bevorstehenden Vaterschaft gratulieren. 
In diesem Sinne Grüße nach Würzburg und an die glücklichen Zurückgebliebenen in Vieux,
Josi

Rot ist die Farbe des Sommers


Dieser kleine verschriftlichte Erguss, der jetzt folgt, kommt nicht aus unserer Feder, sondern wurde als nette Geste als der alljährliche Gastbeitrag von Josi und Maria geschrieben. Wir danken euch riesig dafür und unsere Leserschaft wird sich umso mehr freuen.

Wieder zu Hause, dürfen wir uns jetzt auch mal zu Wort melden.
Zuerst einmal Danke Jungs für eure wachsende Toleranz – wir sind sehr dankbar, dass dieses Jahr erstmalig Frauen mit euch ins Surfcamp fahren durften und das Ganze sogar darin gipfelt, dass wir gebeten wurden, einen Blogeintrag zu verfassen!

Aus unserer Vorfreude auf das langersehnte Ziel – endlich gemeinsam in den Surfulaub zu fahren -  resultierte darin, dass wir das mit Abstand am besten vorbereiteteste Team waren!
Natürlich hatten wir das Poledance-Traveler-Kit (Intermediat-, Beach/Zelt-Version) und das Traveler-Kit-Ethik-Komitee eingepackt.
Die aktive Vorbereitung ging dann damit los, dass wir am Abfahrtstag versuchten unseren Schlafbedarf auf ein Minimum zu reduzieren – indem wir uns vor der 3-stündigen Autofahrt nach Hannover, nach durchfeierter Nacht, nur 2mal 10minuten Schlaf gönnten. Die ersten 10 Minuten der Fahrt – zusammen mit dem gesprächigen Lokomotivführer Ronny -  waren auch sehr nett, danach fiel  ich, trotz angestrengter Bemühungen, in einen komatösen Schlaf und kam erst in Hannover am Bus wieder richtig zu mir.
Die Busfahrt ist schnell zusammengefasst – wir waren wieder top ausgerüstet – unser Breakfast-second breakfast -lunch-teatime- dinner- midnight-snack-breakfast again-lunch again-paket brauchte einen eigenen Sitzplatz  … und neben unserer Verpflegung ernteten wir auch bewundernde Blicke und Worte,  als wir unsere Schlafausrüstung anlegten.  Ablauf während der 26 Stunden Busfahrt: schlafen, essen, schlafen, essen, schlafen, Reisemonopoly,  schlafen, essen, schlafen.

Im Camp haben wir uns riesig gefreut unsere Jungs wieder in die Arme schließen zu können … oder halt von ihnen zu Boden geworfen zu werden …

Im Camp selbst hat man sich dann schnell dran gewöhnt, dass man wohl nicht mal zu eigenen Hochzeit wieder sauber Füße haben wird und auch, dass jedem ein kleines Saunahäuschen als Unterkunft zu Verfügung gestellt wurde, hat man nicht mehr hinterfragt.
Zum Surfen nur kurz – auch am ersten Tag einen Hai erledigen zu müssen, konnte mich nicht abschrecken! Nur dass ich von dem Petermännchen verschont geblieben bin – darüber bin ich sehr dankbar!
Eine Sache die mir, trotzt meiner ganz offensichtlich stahlharten Nerven, jeden Morgen einen ordentlichen Schrecken eingejagte und mich das Fürchten gelehrt hat, waren die kanonenartigen Flatulenz-Geräusche, die direkt durch die Zeltwand neben mir drangen, die auch unser Zelt zum Zittern brachten und mir die Haare zu Berge stehen ließen . Eine Zerreißprobe für unsere Trommelfelle – und vermutlich für die Geruchszellen der Zeltbewohner, in deren Zelt diese Kanonenschläge ihren Ursprung hatten. Spätestens dann standen wir jeden Morgen aufrecht in angespannter Angriffshaltung im Zelt! Und ich übertreibe hier NICHT.

Zu der, von einer ÄUSSERST suspekten Mitsurferin, vorgebrachten Diskussion „Ist es sexuelle Belästigung, wenn dein Surflehrer dir High-Five geben will?  Und dürfen unserer Surflehrer wirklich Spaß mit uns machen?“ Mein klarer Standpunkt:

OB du behindert bist – hab ich dich gefragt?!?!

Also mit dem Surflehrer  rummachen muss ja jeder selbst wissen … wa Josi?!  Aber mal in den Po beißen lassen, hat ja noch keinem  geschadet!

Wo wir gerade dabei sind – San Sebastian – ein absolutes Highlight der Woche! Die Tapas und der Sangria waren lecker  - nur kurz zu den Geschehnissen im Club: so ein Blondie dachte, er kann schneller Bier trinken als ich – tzzz … weitere alkoholinduzierte Vorkommnisse werden nicht ausgeführt.
Die Rückfahrt hat dann wirklich die Trommelfelle und die Tiefen der Liedergutkiste strapaziert und Flo wurde zweimal angeschossen.
Zurück im Camp ist dann  aufgefallen, dass es Ed – unser bester Spanier(nüchtern zu schüchtern – besoffen: on fire!)  – es nicht mit zurück geschafft hat – dafür war in San Sebastian aber eine Spanierin sehr glücklich! Am nächsten Tag ist er dann auch wieder in Vieux im Camp aufgetaucht.

Das war übrigens auch der Abend an dem das Flunkyballturnier stattfand – bei dem wir weniger erfolgreich waren, obwohl ich mit meiner Trinkleistung absolut zufrieden bin – nur das Werfen – na ja – mit einer Trefferquote von 0% lässt sich in dieser Liga halt auch nix mehr holen.
Das Schönste für uns war allerdings das Einkleiden der Jungs! Mit größter Hingabe haben wir ein paar süße und typgerechte Outfits zusammengestellt.  Für jeden das Richtige, um die feminine Seite zu unterstreichen. Es gab dann ein Fitting – bei dem wir auf die individuellen Wünsche der Fräuleins eingegangen sind – und sie sich so am Ende in einer guten Mischung aus stilvoll-sexy und mädchenhaft-verspielt wohlfühlen konnten. Catwalk tauglich!
Die restlichen Highlights später von Josi!
Grüße aus dem 50°C heißen Deutschland!
Hochachtungsvoll, 

Kurthl

Sonntag, 19. August 2012

Ich mag katzen.


Flo musste gestern wegen der Carbonara seinen Blogbeitrag beenden. Danach gabs wieder mal die Vorstellungsrunde: Raimund wechselt den Beruf. Er wird jetzt Froschzüchter und exportiert die Schenkel nach Frankreich. Flo hat als Surflehrer leider letztes Jahr seine Lizenz verloren, weil zwei seiner Schüler ums Leben gekommen sind. Ich habe 2011 meinen MBA in Oxford abgeschlossen und ein Hausmeisterservice mit Alex und einen Rein-und-Raus-Schiebe-Service mit Dano (Surflehrer #2). Frank kommt aus der Ukraine und ist der Zwillingsbruder von Alex, von dem er bei der Geburt getrennt wurde. Achso und dann war da noch der Ninja, der gern mit Einhörnern am Strand spaziert. 

Letztendlich ging es danach wieder ins Mojito – vorher noch Flip-Cup. Unsere Bettgehzeiten differenzierten sich von ein Uhr, über halb zwei und um vier bis dreiviertel sechs. Beim heutigen Frühstücksdienst war ich demzufolge der Fitteste und Frank entdeckt mehr und mehr seine Liebe zu Augenringen. Das Buffet war also wieder umwerfend und wurde heute mal ohne indiskrete Fragen serviert.

Seit dieser Woche besteht unsere Gruppe nur noch aus den o.g. Personen (bis auf Dano, er lehrt die Beginner). Wir sind auch die einzige Intermediate-Gruppe. Daher werden wir nur noch Doppelstunden mit einer 30-minütigen Unterbrechung haben. Die erste Einheit war für alle prima. Es waren nahezu perfekte Bedingungen, sodass wir abartig tighte Wellen rippen konnten. Die Pause führte zu erschöpfungsbedingten Ausfällen und anschließenden Nickerchen am Strand. Flo ging auch mit ins Wasser, brach aber irgendwann ab. Ich war mit dem kaputten Brett meines Bruders unterwegs.

Gegen fünf sind wir wieder heim, sitzen jetzt im Camp und chillen bisschen. Also wir warten aufs Essen. Gott sei Dank, gibt es heute kein Bier mehr im Camp. Ich will endlich mal einen Tag ohne Alkohol verbringen. Denn selbst das „Wir machen heute mal nen Ruhigen“ artet ja aus. 

Nebensächlich erwähnen möchte ich, dass, bis auf Raimund, niemand von uns je so viele Haare im Gesicht hatte. Selbst Frank, der sich gestern rasieren wollte, weil es juckt wie blöde, stand vorm Spiegel und stellte fest: „Ich hatte noch nie so viel Bart, der kommt jetzt nicht ab!“

Schnei 

PS: Da der Lappi von Flo irgendwie nen Treffer weg hat und das Internet sehr lahm ist, werden Bilder sehr selten wirklich hochgeladen. Tut uns leid.