Samstag, 18. August 2012

Kontinentaldriften


Die erste Woche ist vorüber – Zeit, ein Zwischenresümee zu ziehen: Ich find‘s super! Zwar sind wir in letzter Zeit nicht wirklich allzu viel surfen gewesen, was hohen Wellen und starker Strömung geschuldet war, und nicht etwa mangelnder Gleichgewichtsbeherrschung oder Antriebskraft, aber stimmungs- und bräunungstechnisch (abhängig vom Hauttyp) sind wir auf guter Fahrt. Heute sind unsere Mädels gemeinsam mit einem Großteil der anderen Campteilnehmer abgereist. Wir freuen uns schon gespannt auf den Erfahrungsbericht, und wie die Woche aus ihrer Sicht war. Auch an alle anderen neuen Bekanntschaften an dieser Stelle vielen Dank für euer Verständnis für unsere delikate psychische Situation, eure anfeuernden Worte und eure hingebungsvolle Teilnahme am Surfgottgebet um 2 Uhr morgens.
Gestern standen wir an unserem gewohnten Surfspot vor einem interessanten Problem. Rechts rote Flagge (Bade-/Surfkursverbot), links gelb, wir in der Mitte. Unser Surflehrer Alex hat sich letztendlich entschlossen, inoffiziell Kurs zu geben, allerdings durfte immer nur ein Teilnehmer ins Wasser. Und ich denke, das war durchaus eine gute Entscheidung. Kurzzeitig war ich mir einmal nicht sicher, ob ich es aus eigener Kraft zum Strande zurück schaffen würde, weil die Strömung mich Richtung See abtrieb. Heute waren wir auf eigene Faust noch einmal draußen, zusammen mit gefühlten zehntausend anderen Wellenanbetern. Schnei war nach 15 Minuten ein wenig frustriert, weil auf Grund der Anzahl die Wellenausbeute pro Person etwas eingeschränkt war, beschloss, zum Strand zurück zu paddeln und erwischte eine richtig gute Rechte. So kann‘s manchmal auch gehen. Frank hat von den Lifeguards eine gelbe Karte für Surfen in der Badezone erhalten. Noch so ein Ding, und er darf nie wieder an der französischen Atlantikküste ins Wasser.
Die Tischtennis-Doppel-WM ist dieses Jahr übrigens eher ein Weltligaduell geworden, denn wir zählen die Gesamsatzzahl über den Urlaub. Aktueller Stand 16-11 für die Herausforderer. An dieser Stelle fällt mir ein: Anna mag die Gesamtsatzzahl.
Gestern Abend hat sich das komplette Campteam völlig abgeschossen und ist ins Mojito gezogen. Wir sind etwas später eingetroffen und haben einige verstörende Bilder fest in unsere Hirnwindungen eingebrannt. Raimund, Julius und ich waren dann noch eine Weile gegenüber im Captain, wo ENDLICH mal feinster Dubstep und DnB lief. Was auch lief, war der Schweiß nach 30 Sekunden.
Zurück im Camp konnte man zahlreiche Fallbeispiele zu den Themen „alkoholinduziertes Paarverhalten“ und „Torschlusspanik“ studieren. Frank versuchte zwar, klärend einzuschreiten, konnte aber nicht verhindern, dass in 9 Monaten vielleicht ein WX-Campbaby in Dortmund das Licht der Welt erblicken wird. Dass der Vater bereits einschlägige Erfahrungen mit der Polizei hat, wie beim Never-Ever-Spielen zu Tage kam, wird sich hoffentlich als hilfreich im täglichen Überlebenskampf mit den Freunden in Gelsenkirchen erweisen. Von uns auf jeden Fall alles Gute. Panda ist durchaus ein schöner Vorname…
Zuletzt noch eine schnelle persönliche Note, denn das Essen ist bereits serviert. Ich möchte mich wirklich bei Frank, Schnei, Raimund, Maria und meiner Schwester bedanken, dass sie mich wieder so schnell und komplett aufgenommen haben. In 3 Jahren kann viel passieren, und ich bin froh, dass wir immer noch auf einer Wellenlänge liegen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Sonnige Grüße aus dem alten Boucau.
Flo

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