Mittwoch, 15. August 2012

Diktator der Herzen

Zuallererst möchte ich mich im Namen der Gruppe für unsere mangelnde Motivation zu bloggen entschuldigen. Der letzte Eintrag endete vor unserer ersten Surfeinheit, die nun schon längst Geschichte ist. Dieses Jahr surfen wir nicht am gleichen Platz wie 2008 – wir surfen einen 30min-Fußmarsch entfernt im Camp. Das regt mich täglich erneut auf. Auch die erhoffte Abkürzung erwies sich nicht als selbige.
Die ersten Einheiten liefen für jeden unterschiedlich. Flo und ich starteten ganz gut in diesen Urlaub, Frank und Raimund ziehen ebenfalls nach und nach an. Fortschritte sind zu erkennen. „Ich habe in dieser Einheit mehr gelernt als in den letzten zwei Wochen surfen“, sagte Frank gestern. Das liegt auch am Lehrer. Alex, seines Zeichen Teneriffianer und von Quiksilver gesponsert, weiß wo der Frosch lang läuft. Flo hatte die bisher besten Wellen des Urlaubs, einmal bis zum Strand durchgezogen. Nur mit einem one-eighty-double-corks-crew to switch hätte er diesen Ritt noch krönen können J
Die Wellen werden immer besser. Am Sonntag waren sie klein, Montag etwas größer, Dienstag durchwühlt. Heute ist es windig und zerblasen, morgen wird’s groß. Wenn die Vorhersage stimmt, werden die Wellen ca. 2m hoch. D.h. im Angesicht der Welle denkt man, dass da eine Hauswand auf einen zu rollt.
Gestern Abend stand der SanSe-Ausflug auf der Tages- und Nachtordnung. Ich denke, dazu braucht man nicht viel zu sagen. Wir haben uns natürlich nicht daneben benommen, Frank hat keine Tapete unter den Fingernägeln, niemand hängt durch, alle sind fit und freuen sich aufs Surfen.
Achso eine Sache noch: falls die spanische Region, zu der San Sebastian gehört, demnächst einen Antrag auf finanzielle Hilfe der aus Mitteln der EU stellt, dann wandere ich aus. Von Krise keine Spur – ein Feuerwerk…unklar. 15min volle Bude, alles rausgeholt was ging. Das war als wenn sich 3000 deutsche Rentner hinstellen, alle einen 20 Euro-Schein in die Hand nehmen, ihn zerreißen und in die Luft schmeißen. Einfach mal bisschen Geld in die Luft feuern. Unklar. Zu meinem Glück konnte keiner, der um uns stehenden Spanier mein deutsches Gefluche verstehe. Sonst hätte ich jetzt Beton an den Füßen oder einen baskischen Feuerwerksgürtel um den Bauch.
Das diesjährige Camp ist etwas „komisch“. Ich weiß nicht, ob unsere Niveauflexibilität die Vorstellungskraft einiger Camp-Mitglieder übersteigt. Gut, dass Flo heute mit einem Messer in der Hand auf eine Gruppe surfender Kirchenkinder zuging, war vielleicht wirklich etwas hart. Aber diese verstörenden Blicke, sobald Frank mal durchs Zelt auf das Büffet zu stolpert und wir über das Ausmaß einer Nachgeburt philosophieren oder einfach nur Blech reden, sind etwas irritierend. Ich bin ja groß im Unterstellen von Dingen, deswegen: alles Vorurteile. Die hören uns Sächsisch reden und denken, dass wir alle doof sind. Dass wir hier aber zu den 30 Prozent des Camps gehören, die einen richtigen Hochschulabschluss oder einen Bachelor haben, ist denen wohl nicht bewusst. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Auf geht’s – Surfen!
Schnei













PS: Anhang – gestern in SanSe fand ein Radrennen statt und wir haben eine echte Berühmtheit und ein mehrfaches Dopingopfer getroffen. Raten:

1 Kommentar:

  1. San Sebastián (baskisch Donostia, offiziell Donostia-San Sebastián) ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) in der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt ca. 20 km westlich der französischen Grenze im Bogen des Golfs von Biskaya. Die Stadt wurde zur Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2016 gewählt und kann bis dahin mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro rechnen.

    $_$

    AntwortenLöschen