Zuallererst
möchte ich mich im Namen der Gruppe für unsere mangelnde Motivation zu bloggen
entschuldigen. Der letzte Eintrag endete vor unserer ersten Surfeinheit, die
nun schon längst Geschichte ist. Dieses Jahr surfen wir nicht am gleichen Platz
wie 2008 – wir surfen einen 30min-Fußmarsch entfernt im Camp. Das regt mich
täglich erneut auf. Auch die erhoffte Abkürzung erwies sich nicht als selbige.
Die ersten
Einheiten liefen für jeden unterschiedlich. Flo und ich starteten ganz gut in
diesen Urlaub, Frank und Raimund ziehen ebenfalls nach und nach an.
Fortschritte sind zu erkennen. „Ich habe in dieser Einheit mehr gelernt als in
den letzten zwei Wochen surfen“, sagte Frank gestern. Das liegt auch am Lehrer.
Alex, seines Zeichen Teneriffianer und von Quiksilver gesponsert, weiß wo der
Frosch lang läuft. Flo hatte die bisher besten Wellen des Urlaubs, einmal bis
zum Strand durchgezogen. Nur mit einem one-eighty-double-corks-crew to switch
hätte er diesen Ritt noch krönen können J
Die Wellen werden
immer besser. Am Sonntag waren sie klein, Montag etwas größer, Dienstag
durchwühlt. Heute ist es windig und zerblasen, morgen wird’s groß. Wenn die
Vorhersage stimmt, werden die Wellen ca. 2m hoch. D.h. im Angesicht der Welle
denkt man, dass da eine Hauswand auf einen zu rollt.
Gestern Abend
stand der SanSe-Ausflug auf der Tages- und Nachtordnung. Ich denke, dazu
braucht man nicht viel zu sagen. Wir haben uns natürlich nicht daneben
benommen, Frank hat keine Tapete unter den Fingernägeln, niemand hängt durch,
alle sind fit und freuen sich aufs Surfen.
Achso eine Sache
noch: falls die spanische Region, zu der San Sebastian gehört, demnächst einen
Antrag auf finanzielle Hilfe der aus Mitteln der EU stellt, dann wandere ich
aus. Von Krise keine Spur – ein Feuerwerk…unklar. 15min volle Bude, alles
rausgeholt was ging. Das war als wenn sich 3000 deutsche Rentner hinstellen,
alle einen 20 Euro-Schein in die Hand nehmen, ihn zerreißen und in die Luft
schmeißen. Einfach mal bisschen Geld in die Luft feuern. Unklar. Zu meinem
Glück konnte keiner, der um uns stehenden Spanier mein deutsches Gefluche
verstehe. Sonst hätte ich jetzt Beton an den Füßen oder einen baskischen
Feuerwerksgürtel um den Bauch.
Das diesjährige
Camp ist etwas „komisch“. Ich weiß nicht, ob unsere Niveauflexibilität die Vorstellungskraft
einiger Camp-Mitglieder übersteigt. Gut, dass Flo heute mit einem Messer in der
Hand auf eine Gruppe surfender Kirchenkinder zuging, war vielleicht wirklich
etwas hart. Aber diese verstörenden Blicke, sobald Frank mal durchs Zelt auf
das Büffet zu stolpert und wir über das Ausmaß einer Nachgeburt philosophieren
oder einfach nur Blech reden, sind etwas irritierend. Ich bin ja groß im Unterstellen
von Dingen, deswegen: alles Vorurteile. Die hören uns Sächsisch reden und
denken, dass wir alle doof sind. Dass wir hier aber zu den 30 Prozent des Camps
gehören, die einen richtigen Hochschulabschluss oder einen Bachelor haben, ist
denen wohl nicht bewusst. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Auf geht’s –
Surfen!
Schnei
PS: Anhang –
gestern in SanSe fand ein Radrennen statt und wir haben eine echte Berühmtheit
und ein mehrfaches Dopingopfer getroffen. Raten:


San Sebastián (baskisch Donostia, offiziell Donostia-San Sebastián) ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) in der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt ca. 20 km westlich der französischen Grenze im Bogen des Golfs von Biskaya. Die Stadt wurde zur Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2016 gewählt und kann bis dahin mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro rechnen.
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