Auch ich bin wieder heil zu Hause angekommen
und möchte mich bedanken, dass die Jungs uns mitgenommen haben – vor allem
möchte ich lobend hervorheben, dass sie wirklich keine einzige Gelegenheit
ausgelassen haben, uns vor der Campgemeinde ins „rechte Licht“ zu rücken.
Aufgrund dieser Bemühungen uns mit in ihre
bodenlose Niveaulosigkeit hinab zu ziehen, mussten wir Wege finden, um im Camp
wenigstens auf ein Mindestmaß an Akzeptanz zu treffen. Während ich natürlich
das größte Opfer erbracht habe, überzeugt Maria mit der Operation „Ohrwurm“.
Diese wurde minutiös geplant und dann unter
der Dusche vor der Abfahrt nach San Se gestartet. Was zu Beginn nur eine
einfache gepfiffene Tonabfolge war, entfaltete sich schnell zu einer fesselnden
Melodie, die in manchem Kopf noch lange über die Zeit im Camp hinaus ihr
Unwesen treiben wird.
Wenn wir schon mal bei unvergesslichen
Erfolgen sind: Panda Wars! Jungs, wie ihr dieses Spiel ausgebrütet habt, ist
mir unbegreiflich, aber es war überragend! Nicht nur, dass wir bereits nach
gefühlten 2 Minuten Spielzeit einen Höhepunkt an Albernheit und unübertroffener
Freude erreicht hatten, sondern auch, dass dieser Zustand im weiteren Verlauf
immer und immer wieder gesteigert werden konnte – bis schließlich das halbe
Camp sechs Sachsen dabei zu sah, wie sie ein mit Bierdosen und Sangria
gepimptes Tischtennismatch austrugen.
Das Ganze ging so weit, dass diese Zuschauer in den offiziell vorgeschriebenen
Urinierpausen, selbst zur Kelle griffen, um sich an den technischen Raffinessen
dieses Spiels zu versuchen. Nur durch energisches – ich möchte hervorheben: verbales
– Durchgreifen meinerseits ließen sich die Fans auf angemessenem Abstand
auf den Fanbänken halten. Maria
entschied sich angesichts dieses übermäßigen Drucks irgendwann auszusteigen und
sich lieber an den Spielfeldrand zu begeben und ein Buch zu lesen. Sie war
schon immer die Vernünftigere von uns beiden. In ihrem Team traten daraufhin
einige Ausfälle zu Tage – aber da die erste Regel von Panda Wars – nämlich Fair
Play – unter allen Umständen eingehalten werden muss, war es nur folgerichtig,
dass sie sich, ihre eigenen Stärken gut kennend, selbst aus dem Wettbewerb
zurückgezogen hat, um kein Ungleichgewicht zu verursachen.
Nun muss ich natürlich auch mal vom Kern des
ganzen Urlaubs berichten: Vom Surfen. Leider konnten wir das gar nicht so oft machen, wie wir gewollt hätten.
Das lag vor allem daran, dass die Wellen oft zu hoch für uns Anfänger waren.
Maria und ich haben leider noch Schwierigkeiten mit der offensichtlich dem
Surfer eigenen Faulheitsmentalität, so dass wir das ewige Rumgechille als relativ
belastend empfanden. Aber ich denke, wir können da an uns arbeiten. Wenn man
zum Beispiel an die 23-stündige Rückfahrt denkt, die fürs uns beide wie im Flug
verlief – keine Spur von Langeweile – dann deutet das doch auf einen
eindeutigen Trainingsfortschritt hin.
Bevor ich aber vom Ende reden möchte, noch mal
zu den Surfstunden. Mit Abstand den besten Unterricht hatten wir am letzten
Tag. Irgendjemand aus unserer Gruppe hatte die Surflehrer kritisiert, dass sie
nicht professionell genug seien – wie können wir dieser Person nur jemals
danken! Denn daraufhin verwandelte sich Dano, der temperamentvolle Spanier, in
Oliver Gäbisch, unseren hassgeliebten Schwimmtrainer! Wir beiden kamen aus dem
Staunen und wehmütig Zurückdenken gar nicht wieder heraus! Wir wurden gestriezt
wie im Bootcamp, grundlos vollgemeckert und mit vernichtenden Blicken
gewürdigt. Und zu guter Letzt wurden wir alle zusammen gerufen und es gab eine
erklärende Ansprache á la Oliver Gäbisch.
Das war nämlich alles nur gespielt! Ich finde es schön, dass auf die
Bedürfnisse aller eingegangen wurde. Maria bekam vor ihrem One on One mit
Patricia, einer anderen Campteilnehmerin, sogar eine geflüsterte
Motivationsrede von Dano. Es war wirklich wie früher!
Jetzt zum Ende: der letzte Abend. Mann mann mann,
was war da nur los! Da ging es wirklich überall drunter und drüber. Maria war
leider krank im Zelt geblieben, also war niemand da, der mich vor den doofen
Ideen der Jungs beschützen konnte. Das gipfelte dann darin, dass Schnei eine
gewalttätige Ader in mir erweckte und ich einem schutzlosen Womanizer mit, wie
Schnei fand, beeindruckendem Sixpack, (diesmal leider nicht verbal) seine
Grenzen aufzeigte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Es macht ja auch viel mehr
Spaß, sich an den Dummheiten anderer zu erfreuen. Deswegen wollen Maria und ich
an dieser Stelle noch mal aufs förmlichste zur bevorstehenden Vaterschaft
gratulieren.
In diesem Sinne Grüße nach Würzburg und an die
glücklichen Zurückgebliebenen in Vieux,
Josi
ich möchte nochmal betonen, dass ich mich nicht zum LESEN an den rand gesetzt habe sondern mich zwischen durch einfach der aufräumdrang kurz überwältigt hatte ...
AntwortenLöschenso wie regelmäßig morgens 6:30 - my best tent buddy ever!
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