Montag, 20. August 2012

Rot ist die Farbe des Sommers Teil II


Auch ich bin wieder heil zu Hause angekommen und möchte mich bedanken, dass die Jungs uns mitgenommen haben – vor allem möchte ich lobend hervorheben, dass sie wirklich keine einzige Gelegenheit ausgelassen haben, uns vor der Campgemeinde ins „rechte Licht“ zu rücken.
Aufgrund dieser Bemühungen uns mit in ihre bodenlose Niveaulosigkeit hinab zu ziehen, mussten wir Wege finden, um im Camp wenigstens auf ein Mindestmaß an Akzeptanz zu treffen. Während ich natürlich das größte Opfer erbracht habe, überzeugt Maria mit der Operation „Ohrwurm“.
Diese wurde minutiös geplant und dann unter der Dusche vor der Abfahrt nach San Se gestartet. Was zu Beginn nur eine einfache gepfiffene Tonabfolge war, entfaltete sich schnell zu einer fesselnden Melodie, die in manchem Kopf noch lange über die Zeit im Camp hinaus ihr Unwesen treiben wird.
Wenn wir schon mal bei unvergesslichen Erfolgen sind: Panda Wars! Jungs, wie ihr dieses Spiel ausgebrütet habt, ist mir unbegreiflich, aber es war überragend! Nicht nur, dass wir bereits nach gefühlten 2 Minuten Spielzeit einen Höhepunkt an Albernheit und unübertroffener Freude erreicht hatten, sondern auch, dass dieser Zustand im weiteren Verlauf immer und immer wieder gesteigert werden konnte – bis schließlich das halbe Camp sechs Sachsen dabei zu sah, wie sie ein mit Bierdosen und Sangria gepimptes  Tischtennismatch austrugen. Das Ganze ging so weit, dass diese Zuschauer in den offiziell vorgeschriebenen Urinierpausen, selbst zur Kelle griffen, um sich an den technischen Raffinessen dieses Spiels zu versuchen. Nur durch energisches – ich möchte hervorheben: verbales – Durchgreifen meinerseits ließen sich die Fans auf angemessenem Abstand auf den Fanbänken halten.  Maria entschied sich angesichts dieses übermäßigen Drucks irgendwann auszusteigen und sich lieber an den Spielfeldrand zu begeben und ein Buch zu lesen. Sie war schon immer die Vernünftigere von uns beiden. In ihrem Team traten daraufhin einige Ausfälle zu Tage – aber da die erste Regel von Panda Wars – nämlich Fair Play – unter allen Umständen eingehalten werden muss, war es nur folgerichtig, dass sie sich, ihre eigenen Stärken gut kennend, selbst aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat, um kein Ungleichgewicht zu verursachen.
Nun muss ich natürlich auch mal vom Kern des ganzen Urlaubs berichten: Vom Surfen. Leider konnten wir das gar  nicht so oft machen, wie wir gewollt hätten. Das lag vor allem daran, dass die Wellen oft zu hoch für uns Anfänger waren. Maria und ich haben leider noch Schwierigkeiten mit der offensichtlich dem Surfer eigenen Faulheitsmentalität, so dass wir das ewige Rumgechille als relativ belastend empfanden. Aber ich denke, wir können da an uns arbeiten. Wenn man zum Beispiel an die 23-stündige Rückfahrt denkt, die fürs uns beide wie im Flug verlief – keine Spur von Langeweile – dann deutet das doch auf einen eindeutigen Trainingsfortschritt hin.
Bevor ich aber vom Ende reden möchte, noch mal zu den Surfstunden. Mit Abstand den besten Unterricht hatten wir am letzten Tag. Irgendjemand aus unserer Gruppe hatte die Surflehrer kritisiert, dass sie nicht professionell genug seien – wie können wir dieser Person nur jemals danken! Denn daraufhin verwandelte sich Dano, der temperamentvolle Spanier, in Oliver Gäbisch, unseren hassgeliebten Schwimmtrainer! Wir beiden kamen aus dem Staunen und wehmütig Zurückdenken gar nicht wieder heraus! Wir wurden gestriezt wie im Bootcamp, grundlos vollgemeckert und mit vernichtenden Blicken gewürdigt. Und zu guter Letzt wurden wir alle zusammen gerufen und es gab eine erklärende Ansprache á la Oliver Gäbisch.  Das war nämlich alles nur gespielt! Ich finde es schön, dass auf die Bedürfnisse aller eingegangen wurde. Maria bekam vor ihrem One on One mit Patricia, einer anderen Campteilnehmerin, sogar eine geflüsterte Motivationsrede von Dano. Es war wirklich wie früher!
Jetzt zum Ende: der letzte Abend. Mann mann mann, was war da nur los! Da ging es wirklich überall drunter und drüber. Maria war leider krank im Zelt geblieben, also war niemand da, der mich vor den doofen Ideen der Jungs beschützen konnte. Das gipfelte dann darin, dass Schnei eine gewalttätige Ader in mir erweckte und ich einem schutzlosen Womanizer mit, wie Schnei fand, beeindruckendem Sixpack, (diesmal leider nicht verbal) seine Grenzen aufzeigte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Es macht ja auch viel mehr Spaß, sich an den Dummheiten anderer zu erfreuen. Deswegen wollen Maria und ich an dieser Stelle noch mal aufs förmlichste zur bevorstehenden Vaterschaft gratulieren. 
In diesem Sinne Grüße nach Würzburg und an die glücklichen Zurückgebliebenen in Vieux,
Josi

2 Kommentare:

  1. ich möchte nochmal betonen, dass ich mich nicht zum LESEN an den rand gesetzt habe sondern mich zwischen durch einfach der aufräumdrang kurz überwältigt hatte ...

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  2. so wie regelmäßig morgens 6:30 - my best tent buddy ever!

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